Vom Schaltschrank bis zur Automatisierung

Vom Schaltschrank bis zur Automatisierung

Die HERMOS Firmengruppe, zu der die HERMOS Schaltanlagen GmbH und die auf IT- und Automatisierungslösungen spezialisierte HERMOS AG zählen, gehört seit Anfang 2019 der Elevion Gruppe an. Wir stellen Ihnen die Firmengruppe und ihre Leistungen vor, die das Angebot der Gruppe als ganzheitlicher TGA-Anbieter komplettieren.

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Was 1980 mit dem von Dieter Herrmannsdörfer gegründeten Betrieb in einer Garagenwerkstatt begann, hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten zu einem Schwergewicht in den Bereichen Schaltanlagen sowie Automatisierung und Informationsverarbeitung entwickelt: Aus der Steuerungstechnik GmbH in Limmersdorf entstand die HERMOS Firmengruppe mit Hauptsitz in Mistel­gau, nahe Bayreuth. Unter einem Dach mit dem ­später ­entstandenen Schwesterunternehmen, der HERMOS AG, die Automations- und IT- Lösungen für Industrie, Energie, Umwelt und Gebäude vornimmt, firmiert der Bereich Schaltanlagenbau, der aktuell rund 245 Mitarbeiter beschäftigt, seit 1995 als eigenständige GmbH. „Wir fühlen uns alle als eine Familie“, bekräftigt Jürgen Bischoff, der seit Beginn seiner Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik im Jahr 2006 im Unternehmen beschäftigt ist.

„Viele Projekte realisieren wir mit den Kolleginnen und Kollegen der AG gemeinsam“, ergänzt er beim Rundgang durch die 5.500 Quadratmeter große, mit Tageslicht beleuchtete Halle am Standort Mistelgau. Zusammen mit den weiteren zwei Fertigungsstandorten in Marktleugast und dem kürzlich hinzugekommenen in Bayreuth liefert das Unternehmen jährlich circa 4.000 Schaltanlagen unterschiedlicher Größe und Ausführung an ihre weltweiten Bestimmungsorte aus. Ebenso zufrieden äußert sich sein Kollege Marco Will, ebenfalls seit der Ausbildung im Unternehmen tätig. Gemeinsam sind die beiden Kollegen inzwischen im Bereich der CAD-Konstruktion für das Erstellen von Stromlaufplänen und 3D-Aufbauzeichnungen sowie die Fertigungsvorbereitung zuständig. „Aktuell arbeiten wir daran, den gesamten Ablauf papierlos zu gestalten und den Fertigungsprozess weiter zu automatisieren“, erklärt Jürgen Bischoff die geplanten Veränderungen des zukunftsorientierten Betriebs, der mit der Anschaffung von drei Komax-Aderkonfektioniermaschinen 2018 die Effizienz des Workflows bereits deutlich steigern konnte. Auch mit einem Schwesterunternehmen der Elevion Gruppe hat man bereits zusammengearbeitet: Gemeinsam mit der ETS wurde 2019 ein Projekt realisiert, für das zwei Anlagen mit 17 Schaltschränken geplant und gefertigt wurden.

Matthias Maisel leitet die Abteilung Automation und unterstützt seine Engineering-Kollegen in der Projektvorbereitung und -durchführung.

Automation für nahezu alle Branchen

Matthias Maisel ist schon sehr lange im Unternehmen tätig und hat somit die stetige Entwicklung der HERMOS Firmengruppe von der „Garagenfirma“ zum Mittelständler begleitet. Er startete 1986 mit seiner Ausbildung zum Energieanlagenelektroniker und sammelte danach Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen des Unternehmens. Seine derzeitige Funktion als Principal Consultant für die Abteilung Automation, teilt er sich mit seinem Kollegen ­Markus ­Schrüfer. Als Principal Consultant ist er zuständig für die Wissensvermittlung und Innovation in der 20 Personen zählenden Abteilung Automation der ­HERMOS AG. Des Weiteren umfasst das Aufgabengebiet nach wie vor die Projektarbeit sowie Kundenbetreuung, was zur Folge hat, dass der Bezug zum Kerngeschäft nicht verloren geht. „Wir automatisieren fast alles“, erklärt er etwas scherzhaft.

»Aktuell arbeiten wir daran, den gesamten Ablauf papierlos zu gestalten.«

Jürgen Bischoff, CAD-Konstrukteur

„Die HERMOS AG ist in der Automatisierung sehr breit aufgestellt und liefert Automations- und IT-Lösungen für die Bereiche Gebäude, Umwelt, Energie und Industrie. HERMOS bietet Komplettlösungen unter anderem für Wasseraufbereitungsanlagen,Wärme- und Kältezentralen und Energiezentralen. Anlagen in der Prozess- und Automobilindustrie sowie komplexe Anwendungen im Maschinenbau werden von verschiedenen Teams nach kundenspezifischen Anforderungen automatisiert.“ Dass die HERMOS AG branchenübergreifende Komplett­lösungen anbieten kann, liegt zum einen am reichen Erfahrungsschatz des Unternehmens im Bereich Automatisierung, zum anderen in der Herstellerneutralität bei der Wahl der Automatisierungskomponenten. Damit schafft HERMOS für den Kunden ein optimales Ergebnis und vereint die Vielzahl der Schnittstellen auf einer gemeinsamen Plattform. HERMOS kann aus den so gewonnenen Daten zentral Informationen erzeugen und diese wiederum mittels offenen Standards wie etwa OPC/UA in der Industrie für die Cloud zur Wissensgewinnung zur Verfügung stellen: ­HERMOS ­totally integrated. Um den nötigen Nachwuchs auf dem Gebiet der Automatisierungstechnik kümmert sich die Aktiengesellschaft, die derzeit rund 255 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, mit einem entsprechenden Ausbildungs- und dualen Studienangebot

FIS# für Gebäude, Industrie und Energie

Der effiziente Einsatz von Energie gehört zu den aktuellen Themen, mit denen man sich bei der HERMOS AG bereits seit längerem beschäftigt. Pünktlich zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2014 wurde mit dem zertifizierten Energiedatenmanagementsystem FIS#energy ein flexibles Tool zur Umsetzung der ISO 50001 eingeführt. Wie Thomas Weise, Expert IT-Application, erläutert, findet die im eigenen Haus entwickelte Software in zahlreichen Branchen Anwendung: FIS#facility regelt die Anbindung verschiedenartiger Systeme innerhalb der Gebäudetechnik. Im Bereich des Energiemanagements dient FIS#energy zur Erfassung von Energie- und Medienverbräuchen.

Thomas Weise und sein Team kümmern sich um die kunden­spezifische Applikation der Gebäudeleittechnik-Plattform FIS#.

FIS#industry dient als Manufacturing Execution System zur Optimierung von intelligenten Produktionsprozessen und ermöglicht die Anbindung der Feldebene an ERP-Systeme. „Das Besondere an dieser Software-Lösung ist, dass sie als neutrale Plattform Systeme verschiedener Hersteller mit einheitlichem Benutzer-Interface zusammenführt, um ihren Betrieb einfach überwachen und im Bedarfsfall manuell regeln zu können“, so Thomas Weise. Die Aufgaben von Thomas Weise und seiner Team-Kollegen besteht darin, die jeweilige FIS#-Applikation an die individuellen Kundenbedürfnisse anzupassen und die Bedienoberfläche so einzurichten, dass sie für den Anwender selbsterklärend funktioniert. Zu den bislang umfangreichsten Applikationen, an denen auch die Kollegen aus der Automation und des Schaltanlagenbaus beteiligt waren, zählt die Ausstattung des am Frankfurter Flughafen gelegenen Gebäudes „The Squaire“, einer der größten Büro-Immobilien der Welt. 

RFID: Berührungslose Identifikation 

Auf die Bedürfnisse der Halbleiterindustrie und den Einsatz in Reinräumen spezialisiert hat sich die Abteilung Radio-Frequency-Identification (RFID) der HERMOS AG. Das Team, in dem Michael Zeug in der Software Entwicklung und im technischen Vertrieb tätig ist, entwickelt und realisiert RFID-Systeme zur automatischen und berührungslosen Identifikation. „Wir sind der richtige Ansprechpartner um bereits in kleinen Serien eine auf kundenspezifische Gegebenheiten angepasste RFID Lösung anzubieten“, so der Experte.
Zum Einsatz kommen, je nach Anforderungen, Sender-Empfänger-Systeme mit Low-, High- und Ultra-High-Frequenz. Unlängst realisiert hat das Team einen Auftrag von Infineon, um in der Halbleiterindustrie vorhandene Gitterregal­systeme mit RFID-Technik nachzurüsten. In den Regalen werden Boxen mit Silizium-Wafern während der verschiedenen Bearbeitungszyklen zwischengelagert. Bestandsveränderungen werden durch optische Sensoren erkannt und die Boxen automatisch identifiziert.
Die Lösung, die Work-In-Process-Regal (WIP) getauft wurde, beinhaltet stromsparende E-Ink Displays, die am Regalplatz angebracht werden können und den Bearbeitungsstatus des jeweiligen Produktes in der verschlossenen Box anzeigen. Eine ähnliche Effizienz gelingt mit einer weiteren Lösung, die Materialbestände in Durchlaufregalen mittels RFID Technik in Kombination mit Sensorik erfasst und Materialbuchungen automatisiert.

»Das Besondere an dieser Software-Lösung ist, dass sie als neutrale Plattform Systeme verschiedener Hersteller mit einheitlichem Benutzer-Interface zusammenführt.«

Thomas Weise, Expert IT-Application

Als Software-Entwickler und Vertriebstechniker betreut Michael Zeug ein umfangreiches Aufgaben­gebiet innerhalb der noch jungen RFID-Abteilung.

Track & Trace für die Tabakindustrie

Dass man bei der HERMOS AG nicht nur bei der Entwicklung von Produkten, sondern auch bei deren Namensgebung Kreativität zeigt, beweisen unter anderem die Neuheiten der Abteilung Track & Trace, in der aktuell 50 Personen beschäftigt sind. Mit T-REX wurde jüngst eine mobile Pack­station speziell für die Bedürfnisse der Tabakindustrie geschaffen, die mittels einer integrierten Kamera, die jeweiligen Barcodes der Schachteln und Gebinde aufnimmt. Aus den Bildern werden die Informationen ausgelesen und über die ebenfalls selbst entwickelte Software HITS in eine Datenbank eingespeist, die später eine genaue Rückverfolgbarkeit jeder einzelnen Schachtel ermöglicht.
„Die Tabakindustrie hat unter anderem durch die im Mai 2019 in Kraft getretene EU-Tabakrichtlinie, die eine Rückverfolgbarkeit von Tabakprodukten fordert, vermehrt in Tracking-Lösungen investiert“, erklärt Sandra Fichtner, Expert Software-Entwicklerin der Abteilung. Durch das langjährige Engagement der HERMOS AG in der Tabakindustrie nimmt man in dieser Branche die globale Marktführer­schaft im Bereich Track & Trace ein. Selbstverständlich wären aber auch ähnliche Applikationen in anderen produzierenden Branchen möglich. „Hierfür haben wir die Peribox, die die Pro­dukte während des Verpackens zum Gebinde erfasst, modular aufgebaut, sodass Anpassungen für andere Prozesssignale relativ leicht möglich sind“, ergänzt die Wirtschaftsingenieurin, die sich nach einer Ausbildung im kaufmännischen Bereich für ein Studium entschieden hatte und sich anschließend auf die Software-Entwicklung ­spezialisierte.

Mit Stolz präsentiert Software-Entwicklerin Sandra Fichtner eine Produktneuheit der Abteilung Track & Trace: die mobile Packstation T-REX.
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