Ein Denkmal mit Blick in die Zukunft

Ein Denkmal mit Blick in die Zukunft

Mitte der 1920er-Jahre im Stil des Backstein-Expressionismus erbaut, zählt das Ullsteinhaus zu den bis heute unversehrten Wahrzeichen der Berliner Moderne. Nach einem Eigentümerwechsel sollte das denkmalgeschützte Gebäude in Tempelhof technisch sukzessive modernisiert werden. Die umfassende Sanierung der Elektro­installation nimmt D-I-E Elektro AG Niederlassung Altmann & Böhning dort bereits seit 2017 vor.

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Seit mehr als drei Jahren arbeitet sich das Team der Berliner EAG-Niederlassung Altmann & Böhning durch das historische Ullsteinhaus in Berlin-Tempelhof. „Angefangen haben wir im sogenannten Neubau aus den 1950er-Jahren, danach haben wir den Altbau Zug um Zug elektrotechnisch modernisiert und jetzt sind wir im 77 Meter hohen Uhrenturm angekommen“, erklärt Projektleiter Robert Kirsch. Dabei war nicht von Anfang an klar, dass man die Gesamtsanierung des gigantischen Gebäudes durchführen würde. Der erste Auftrag, der immerhin eineinhalb Jahre beanspruchte, bezog sich zunächst auf die Revitalisierung des Neubaus und der dortigen Mieterausbauten. Mit der Abwicklung war der Auftraggeber so zufrieden, dass die Arbeiten an den weiteren Gebäudeteilen ebenfalls an Altmann & Böhning vergeben wurden.
Bei den Mieterausbauten für das Mobility-Unternehmen „Drivery“ wurde die Technik zum Gestaltungselement.

Etage für Etage

Bei der Umsetzung im Altbau wurde das Team auch in die Planung und Projektierung miteinbezogen und realisierte nach Abstimmung mit den jeweiligen Neuanmietern einen Auftrag nach dem anderen. „Aktuell sind wir bei 490 Einzelangeboten“, so Robert Kirsch. Sein Team baute bereits zehn große Mietflächen aus und realisierte eine 6.000 Datenpunkte umfassende Datennetzstruktur mit mehreren Serverräumen. Um für spätere Umnutzungen gerüstet zu sein, setzte der Vermieter auf eine Rundumerneuerung. „Rigoros wurde Etage für Etage komplett bis auf Null runtergestrippt, der Kern freigelegt und dann neu ausgebaut“, erklärt der Projektleiter. Neben der kompletten Niederspannungsinstallation für die 60.000 m² umfassenden Büroflächen und Gewerbe führte das Team von Altmann & Böhning die Installation der Hauptstromversorgung ab den Zählereinrich­tungen aus. „Wir haben die gesamte Elektroinstallation mit Haupt- und Steigeanlage sowie einer flächendeckenden Brandmeldeanlage in den Allgemeinflächen ausgeführt. Übrigens eine der größten Brandmeldeanlagen, die wir je gebaut haben. Sie besteht aus 14 Unterzentralen, die mit LWL vernetzt sind. Aufgeschaltet sind circa 4.100 Komponenten mit 1.700 Meldegruppen. Allein die Anzahl der neuen Feuerwehr­laufkarten beläuft sich auf 2.300 Stück“, erläutert Robert Kirsch die Dimension der dezentral aufgebauten Anlage.
Auch die Kabelführung der Designleuchten wurde fein säuberlich in Sichtmontage angebracht.
»Wir machen das so schön, als wäre es das eigene Wohnzimmer.«

Andreas Splichal, Bauleiter

Begegnung mit der Geschichte

Zu den weiteren umfangreichen Arbeiten in den Allgemeinflächen zählt die Sicherheitsbeleuchtungsanlage mit einer Zentralbatterieanlage und rund 500 Einzelbatterieleuchten. Da das Gebäude mit innerem und äußerem Denkmalschutz bedacht ist, galt es entsprechende Anforderungen zu beachten. Nicht ganz einfach war es etwa, die neuen LED-Leuchtmittel in die historischen Lampen der sechs Treppenhäuser einzusetzen. „Da hatten unsere Industriekletterer gut zu tun“, sagt Bauleiter Andreas Splichal, der zu Spitzenzeiten mehr als 30 Monteure vor Ort koordinierte. Die sportlichen Kollegen seilten sich wie in den Bergen ab, um die Leuchten in den Treppenhausaugen auszuwechseln. Denkmalschutz und Ästhetik geschuldet, wurde die Neuinstallation im Altbau als Sichtinstallation in Metallrohren und Kabeltrassen verlegt. Eine Vorgabe, die präzises Arbeiten erforderte. „Wir machen das so schön, als wäre es das eigene Wohnzimmer“, teilte Andreas Splichal seinen Monteuren mit. Weitere Disziplin erforderte die Tatsache, dass man weitgehend in der Nähe vermieteter Flächen arbeitete. So verständigte man sich darauf, laute Arbeiten wie Bohren oder Fräsen nur morgens zwischen 7 und 9 Uhr auszuführen. Die verbleibende Zeit wurde genutzt, um für den nächsten Tag anzuzeichnen oder leise Tätigkeiten auszuführen.
Das historische Uhrwerk an der Gebäudefront erhielt eine neue Unterversorgung.
Robert Kirsch ist als Projektleiter mit der Gesamtsanierung der verschiedenen Gebäudeteile des Ullsteinhauses betraut.

Für E-Mobilität gerüstet

Gegen Ende der Bauphase erwartete das Team von Altmann & Böhning noch eine Überraschung. Der Eigen­tümer entschloss sich, das Gelände zukunftssicher für E-Mobilität und mit 120 Ladestationen auszustatten. Um den dafür notwendigen Energiebedarf zu sichern, wurden zwei ausgediente Trafoanlagen reaktiviert sowie Leitungen zu einer neuen Station gelegt. „Das halbe Baufeld musste nochmals aufgemacht, riesige Kalbeltrassen durch den Keller gezogen und Schaltschränke neu aufgemacht werden“, schildert der Projektleiter die notwendigen Maßnahmen. Die Anlage steht nun bei Bedarf mit einer Gesamtleistung von 1.250 A parat. Jetzt müssen die Ladedosen nur noch angeschlossen werden.
»Eine der größten Brandmeldeanlagen, die wir je gebaut haben.«
Robert Kirsch, Projektleiter
Als Bauleiter achtet Andreas Splichal auf eine denkmalgerechte Montage und die Zufriedenheit der Bestandsmieter.
Auf Wunsch des Architekten wurden Kabeltrassen auch als „Hängeregale“ für Blumen montiert.
Planerisch festgelegt: Die Rohrschellen werden präzise in durchgängig einheitlichem Abstand montiert.

Technische Daten

  • Hauptstromversorgung mit ca. 80 Zählern und 2 Mittelspannungszählungen
  • Komplette Niederspannungsinstallation für 60.000 m² Büroflächen und Gewerbe
  • Sicherheitsbeleuchtungsanlage mit einer Zentral- batterieanlage und ca. 500 Einzelbatterieleuchten
  • Flächendeckende Brandmeldeanlage mit vernetzten 14 Zentralen und 4.000 Komponenten
  • Datennetz für diverse Mieter inkl. Lichtwellenleiter­vernetzung mit ca. 6.000 Datenpunkten und mehreren Serverräumen
  • Revitalisierung von 6 denkmalgeschützten Treppenhäusern
  • E-Mobilität-Versorgungsnetz mit einer Gesamtleistung von 1.250 A für Ladesäulenstruktur
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