Challenge gemeinsam gelöst

Challenge gemeinsam gelöst

In kaum einer anderen Region Deutschlands wird derzeit so viel gebaut wie im Rhein/Main Gebiet und seiner Finanz- und Dienstleistungsmetropole Frankfurt. Zum Abschluss der Quartiersentwicklung Westhafen wurde dort ein in unmittelbarer Nähe zum Main gelegener Bürokomplex realisiert. Den Auftrag für die Ausführung der Elektrotechnik sowie der gesamten Heiz-, Klima-, Sanitär-, Sprinkler- und MSR-Technik für das insgesamt 12-stöckige Gebäude erhielten die Elevion Unternehmen Rudolf Fritz und ETS als TGA-Gesamtanbieter. In diesem Umfang eine Premiere für die beiden Unternehmen, die sich nun im Team unter der Führung der ETS beweisen mussten.

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Dass die Unternehmen der Elevion Gruppe tatsächlich eine Familie sind, wurde im Jahr 2019 für viele erstmals erlebbar. Für die Realisierung der Technischen Gebäudeausstattung des geplanten Gebäudekom­plexes Hafenbogen im Frankfurter Quartier Westhafen wurden die beiden Unternehmen ETS und Rudolf Fritz unabhängig voneinander zu einer Angebotsabgabe aufgefordert. Die Verantwortlichen beider Seiten ergriffen Initiative, nahmen untereinander Kontakt auf und schlugen dem Bauherren – zusätzlich zum jeweils einzeln abgegebenen Angebot – eine gemeinschaftliche Beauftragung vor. Nach dessen Zusage einigte man sich untereinander, dass dasjenige Unternehmen, dessen Arbeitsanteil der umfangreichere war, die Führung übernehmen sollte: die ETS.

Javier Garcia (l.), Projektleiter bei der Rudolf Fritz, und Anton Scariot, Projektgruppenleiter der ETS, freuen sich über die erfolgreiche Abnahme der ersten gemeinsam realisierten Gebäudetechnik.
Um den Koordinationsaufwand gut bewältigen zu können, wurden bei der ETS und der Rudolf Fritz jeweils zwei Projektleiter und Bauleiter eingeteilt, und die Teams zusammengestellt, während sich der Einsatztermin wie so häufig durch diverse Verzögerungen nach hinten verschob. Schließlich fanden sich die Beteiligten vor Ort auf zwei übereinander gestapelten Baucontainern wieder. Während man anfangs beim jeweiligen Nachbar noch etwas zögerlich anklopfte, wenn es Fragen zu klären galt, wurde der direkte Austausch bald zur Selbstverständlichkeit. „Das war äußerst praktisch“, erklärt Anton Scariot, der die Projektgruppen­leitung auf Seite der ETS gemeinsam mit seinem Kollegen Daniel Herlo verantwortete. „Man konnte gegenseitig einfach kurz vorbeischauen und die Dinge direkt regeln.“
»Vom Monteur über die Bauleiter bis zu uns Projektleitern haben alle Teamgeist bewiesen.«
Anton Scariot, Projektgruppenleiter ETS
Johannes Tadesse, Elektroniker für Energie- und Gebäude­technik bei der Rudolf Fritz prüft die Erdung der Anlage.
Die Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Gewerke war man auf beiden Seiten selbstverständlich gewohnt. Neu war es jedoch, dem enormen Zeitdruck und den kurzfristigen Veränderungen im Projektablauf bei der Durchführung ­Seite an Seite standzuhalten. „Die anfängliche Distanz war bald überwunden“, erinnert sich Andreas Kalka, Projektleiter der Rudolf Fritz. „Wir haben uns schnell auch menschlich immer besser kennen und schätzen gelernt. Meine besondere Achtung gilt neben den Monteuren insbesondere den beiden Bauleitern der ETS, Rainer Ochmann und Volker Denninger, die wirklich Beachtliches geleistet haben.“ Immerhin gab es auf der Baustelle zeitweise 55 Personen zu koordinieren. Auch sein Kollege, Javier Garcia, Projektleiter der Rudolf Fritz, bekräftigt: „Es gab Tage, da haben wir alle zusammen die Ärmel hochgekrempelt und Hand in Hand, von den Projektleitern bis hin zu den Azubis, Kabel verlegt. Aber wir sind dabei nicht nur untereinander, sondern auch mit den Kollegen der ETS zusammengewachsen. Inzwischen freuen wir uns auf den nächsten gemeinsamen Auftrag.“
Die Fernwärme-Anlage ist mit einer Multifunktions­einheit zur automatischen mikroprozessorgesteuerten Drucküberwachung, Entgasung, Füllung und Nach­speisung ausgestattet.

Gemeinsam flexibel reagieren

„Eine wichtige Kleinigkeit hat uns gegen Ende des Projekts noch einmal schlaflose Nächte bereitet“, erklärt Javier ­Garcia. Bei der Beantragung der Frequenz für die Gebäudefunkanlage (BOS) war man bei der zuständigen Behörde in den nächsten Genehmigungszyklus geraten, was eine Bearbeitungszeit von einigen Wochen oder Monaten bedeutete. „So viel Zeit hatten wir aber nicht mehr“, schildert ­Javier ­Garcia die Problematik. Nach zahlreichen Telefonaten und letztlicher Bereitwilligkeit bei den Behörden gelang es schließlich, die für die Freigabe der Anlage notwendige Frequenz noch rechtzeitig zu erhalten.
»Wir freuen uns auf den nächsten gemeinsamen Auftrag.«
Javier Garcia, Projektleiter Rudolf Fritz
Den hohen Brandschutzvorgaben entsprechend wurde das Gebäude mit einer Rauchschutzdruckanlage (RDA) ausgestattet, die im Brandfall die Rauchfreihaltung der Rettungswege durch gezielte Zufuhr von Druckluft gewährleistet. Weiterhin installierten die Verantwortlichen von Rudolf Fritz – ebenfalls im Bereich der Tiefgarage – eine Sprachanlage in doppelter Ausführung, die bei notwendiger Evakuierung die entsprechenden Gebäudeteile über rund 1.300 installierte Lautsprecher ansteuert und den notwendigen Ablauf mittels Sprachdurchsagen regelt. Einen Großteil der elektrotechnischen Arbeit erforderte die Niederspannungsinstallation mit rund 270.000 Metern Kabeln und Leitungen, 2.800 Installationsgeräten, 900 Fußbodentanks und 2.300 Leuchten. Dem wachsenden Bedarf an E-Ladestationen in Gebäuden entsprechend installierte das Team der Rudolf Fritz in der Tiefgarage 13 E-Cars-Ladestationen, die über ein flexibles Abrechnungssystem verschiedenen Nutzern zur Verfügung stehen. „Dass es für uns alle gleich so komplex wurde, war insbesondere der Tatsache geschuldet, dass wir nicht wie geplant die einzelnen Stockwerke nacheinander ausrüsten konnten, sondern nach Nutzungseinheiten vorgehen mussten“, erklärt Anton Scariot. „Die Einsatzbereitschaft war sehr hoch. Vom Monteur über die Bauleiter bis zum Projektleiter mussten wir gewerkeübergreifend eng zusammenarbeiten.“

Vom Keller bis zum Dach

Die beiden zentralen Elemente der Heiz- und Klima-, Sanitär- und Sprinklertechnik, die durch die ETS ausgeführt wurden, befinden sich im Untergeschoss sowie auf dem Dach des 46,5 Meter hohen Bauwerks. Die Wärmeversorgung erfolgt über das vorhandene Ferndampfnetz der Energieversorger Mainova der Stadt Frankfurt mittels indirekter Einspeisung. Die Wärmeübergabe und -umformumg in Gebäude-Heizenergie wird über eine Wärmetauscheranlage in dem dafür vorgesehenen Technikraum des Untergeschosses vorgenommen. Die 1.100 kW-leistungsstarke Fernwärme-Anlage dient während der Sommermonate auch für den Betrieb der Absorptionskältemaschinen. Während der Wintermonate temperiert eine Bauteilheizung die Büroeinheiten mittels Betonkernaktivierung durch heizwasserdurchströmte Kunststoffleitungen. Für ein angenehmes Raumklima in den Bürobereichen und Betriebsrestaurants sorgen deckenorientierte Heiz- und Kühlsegel, die mit der gewünschten Leistung beheizt oder gekühlt und mittels MSR abschnittweise geregelt werden können.
Andreas Kalka, Projektleiter bei der Rudolf Fritz, gewährt Einblick in die Technik, die die zahlreichen Kabel der RDA-Anlage im Untergeschoss des Gebäudes zusammenführt.
Javier Garcia (l.), Projektleiter bei der Rudolf Fritz, und Anton Scariot, Projektgruppenleiter der ETS, freuen sich über die erfolgreiche Abnahme der ersten gemeinsam realisierten Gebäudetechnik.

TECHNISCHE DATEN WÄRME- UND KÄLTETECHNIK

  • Fernwärme-Dampfheizung, Gesamtwärmeleistung 1.100 kW
  • 1 Absorptionskältemaschine Leistung 1.000 kW
  • 1 luftgekühlte Kältemaschine Leistung 1.000 kW
  • 1 Komfort Lüftungsanlage Gesamt 82.000 m³/h
  • Energieeffizienzpumpen der Klasse A
  • Absorptionsmittel: Salz Lithium-Bromid
  • Kältemittel: Wasser
  • Rückkühler: Glykolkreis

TECHNISCHE DATEN ELEKTROTECHNIK

  • Hauptstromversorgung
  • Komplette Niederspannungsinstallation
  • Netzersatzanlage mit einer Leistung von 400 kVA in Containerbauweise
  • Sicherheitsbeleuchtungsanlage mit ca. 950 Leuchten
  • Flächendeckende Brandmeldeanlage mit ca. 1.600 Rauchmeldern
  • Sprachalarmierung mit Zentralentechnik
  • Kombinierte Videosprech- und Zutrittskontrollanlagen
  • Datennetz mit ca. 55 Serverschränken
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